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BREMEN /GANDERKESEE /DELMENHORST Schier endlos wirkte der Lindwurm an Treckern, der sich am Freitagmorgen durch den Landkreis Oldenburg zog: Auf bis zu 17 Kilometer Länge schätzte die Polizei einen Konvoi mit rund 700 Fahrzeugen, der sich auf der Bundesstraße 213 in Richtung Delmenhorst bewegte – und das war nur eine von mehreren Gruppen, die alle ein gemeinsames Ziel hatten: die große Bauern-Demo in der Bremer Innenstadt.

Mittendrin rund 25 Landwirte aus der Gemeinde Ganderkesee: Zusammen mit einer ähnlich großen Zahl an Berufskollegen aus der Gemeinde Hatten starteten sie gegen 6.30 Uhr an der Bergedorfer Straße – zunächst in Richtung Harpstedt, wo sich bei der Raiffeisen-Warengenossenschaft rund 500 Teilnehmer aus den Landkreisen Oldenburg, Cloppenburg und Vechta trafen und mit ihren Treckern im langen Konvoi über Kirchseelte und Brinkum gen Bremen rollten.

Auch das Delmenhorster Stadtgebiet war zeitweilig verstopft von Treckern. Das Verhalten der Demonstrationsteilnehmer wurde von der Polizei aber als überaus kooperativ und vorbildlich gewertet. Insbesondere durch die gute Zusammenarbeit mit dem Fachdienst Verkehr und dem Bauhof der Stadt Delmenhorst habe ein reibungsloser Verlauf der Überfahrt gewährleistet werden können. Auch von Seiten der Landwirte kam positive Rückmeldung: „Ein großes Lob an die Polizei, die uns nach Bremen geleitet hat“, sagte Renke von Seggern (32) aus Dingstede.

Mit dem Verlauf der Demonstration in Bremen und den Kundgebungen zeigten sich die Landwirte aus Ganderkesee zufrieden – wenngleich sie ihre Trecker am Weserstadion abstellen und von dort eine lange Wegstrecke zu Fuß bis zum Rathaus zurücklegen mussten. Dort seien die Redner nicht gut zu verstehen gewesen, bedauerte der Bergedorfer Heino Stöver. „Die Lautsprecher waren nicht richtig eingestellt.“ Positiv bewertete er aber die Reaktionen der Passanten: „Viele Bürger haben das Gespräch gesucht“, sagte er. „Selbst eine Gruppe von Studenten hat sehr interessiert Fragen gestellt.“ Es seien auch Gegendemonstranten vor Ort gewesen, berichtete Stöver, „aber es war ein friedliches Miteinander.“

Kritik an dieser Protestaktion der Landwirte und an deren Auftreten in den vergangenen Monaten äußert jedoch die Kreistagsfraktion der Grünen: „Meckern und ein ,Weiter so’ sind zu wenig“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Eduard Hüsers in einer Pressemitteilung. Er fordert die Initiative „Land schafft Verbindung“, die hinter den jüngsten Protestaktionen steht, dazu auf, die Nitratmengen im Grundwasser und die Herausforderungen zum Erhalt der Artenvielfalt nicht zu leugnen.

Die Probleme im Landkreis Oldenburg mit zu viel Nitrat im Grundwasser sind nach Auffassung von Hüsers nicht wegzudiskutieren. Bei 30 von 56 Messbrunnen habe die Nitratkonzentration 2018 über 50 Milligramm pro Liter in elf Metern Tiefe gelegen. Auch das gemeinsame Untersuchungsprojekt von Landkreis und Landvolk liefere Ergebnisse, die laut Hüsers „ernüchternd“ sind. Die Initiative „Land schafft Verbindung“ solle darlegen, welche Landwirtschaft sie sich in Zukunft vorstelle.

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