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Der neue Trakt im Vordergrund nimmt Alt- und Mittelbau stilistisch auf. (Grafik: Architektur + Design Pieper)

Seit Jahren wartet die Grundschule Alt-Aumund auf die Umgestaltung. Jetzt ist es so weit, im Sommer soll das 8,7 Millionen Euro teure Bauprojekt starten, allerdings gibt es einen kleinen Haken.
Aumund. Seit Jahren wartet die Grundschule Alt-Aumund auf die Umgestaltung, Modernisierung und Erweiterung. Bereits 2016 gab es einen Beschluss der Koalition, sie zur Ganztagsschule auszubauen. Doch dann rutschte Bremen in den Schulbau-Stau und das Vorhaben verzögerte sich. Jetzt soll es losgehen, der Beginn der Bautätigkeiten ist für den Sommer geplant. Das Gesamtprojekt kostet laut Bildungsbehörde 8,7 Millionen Euro. Dass dafür noch 1,2 Millionen fehlen, wird im Ressort von Senatorin Claudia Bogedan (SPD) als unproblematisch angesehen.
Rund 280 Mädchen und Jungen besuchen die dreizügige, gebundene Ganztagsschule Alt-Aumund an der Straße Ritterkamp. Dazu zählen auch 14 Kinder, die Vorkurse belegen. Und für das kommende Schuljahr liegen laut Bildungsbehörde so viele Anmeldungen vor, dass die drei Klassen bei einer maximalen Frequenz von 23 Schülern voll besetzt wären. Auf sie wartet eine unruhige Zeit, denn der Umbau soll im Bestand vorgenommen werden. Auf Containerklassen soll gänzlich verzichtet werden. 54 Beschäftigte kümmern sich um die Schulkinder: von 17 Lehrkräften über Bundesfreiwillige und Sozialarbeiterinnen bis zum Hausmeister.
Derzeit wird die Umsetzung moderner pädagogischer Konzepte an der Grundschule noch durch das erschwert, was der Bau aufgrund seiner Historie bietet. Nämlich Klassenräume nach altem Muster. Der Altbau mit seinem typischen roten Klinkerstein stammt aus dem Jahr 1907. Der sehr lineare Mittelbau ist 1972 fertiggestellt worden. Der neue Trakt, den das Büro „Architektur + Design Pieper“ in Löhnhorst entworfen hat, soll diese beiden Baukörper, die keinerlei optische Beziehung zueinander haben, aufnehmen und verbinden. So fließen hier Formgebung und Material der beiden bestehenden Bauten ein und sollen einen Abschluss finden. Die Lösung ist dem Beirat Vegesack von einer Architektin des Büros bereits vor geraumer Zeit vorgestellt und dort einhellig begrüßt worden.
Im Inneren sollen Umbau und Erweiterung neue pädagogische Konzepte ermöglichen. Es geht darum, Lernbereiche und -landschaften zu schaffen, die sowohl ein klassenübergreifendes Lernen als auch Inklusion fördern. Jeweils ein Klassenzug von eins bis vier erhält einen eigenen Bereich im Gebäude – einer im Neubau, zwei im Mitteltrakt. „Die Flure werden sogenannte Marktplätze vorhalten, auf denen die verschiedenen Jahrgänge ihre Arbeitsergebnisse vorstellen können“, schreibt Schulleiterin Nicole Hommann.
Hier sollen die Kinder gemeinsam an Projekten arbeiten und auch einen stillen Platz für Einzelarbeiten finden. Jeweils zwei Klassen teilen sich einen zusätzlichen Differenzierungsraum. Integrationsangebote, Schulchor, Kunstprojekte mit dem Overbeck-Museum – „Das bedarf Platz! Umso mehr freuen wir uns daher, dass wir unsere Ziele mit dem Neubau besser umsetzen können“, so Hommann.
Der Umbau beseitigt zudem ein weiteres zentrales Problem. Momentan essen die Kinder noch in zwei umfunktionierten Klassenräumen – ein Umstand, der mitverantwortlich für die bisherige Raumnot ist. Der neue Anbau wird eine Mensa enthalten, in der das Essen dann auch frisch zubereitet wird. Geplant ist, dass störende Abbrucharbeiten jeweils in den Ferien stattfinden, um den Unterricht nicht zu beeinträchtigen. Schon in den Osterferien sollen erste Vorbereitungen laufen.
Die Kostenschätzung von 8,7 Millionen Euro umfasst laut Annette Kemp, Sprecherin der Bildungsbehörde, alle anstehenden Arbeiten: Von der Planung des Umbaus bis zur kompletten Fertigstellung der Außenanlagen. Der Ausbau der Grundschule wird über das Kommunalinvestitionsförderungsgesetz II finanziert mit einem festen Betrag von 7,5 Millionen Euro bis 2022. Während Beobachter deshalb von einer Finanzierungslücke von mehr als einer Million Euro im Haushalt der Bildungssenatorin sprechen, wertet man das in der Behörde gelassener.
Um die Mittel zur Verfügung zu haben, werden erst der Mittel- und Neubau fertiggestellt: Mensa, Küche, Klassen- und Differenzierungsräume. Ab 2022 sollen dann der Altbau und die Aula umgebaut werden sowie die Außenanlagen. Ursprünglich sollte mit dem Schulhof begonnen werden. Kemp ist sicher: „Die Finanzierung wird stehen.“
Für die Umsetzung ist Immobilien Bremen (IB), die städtische Liegenschaftsverwaltung, zuständig. Dort kennt man den engen Zeitplan. „Wir arbeiten mit Hochdruck an der Fertigstellung der Entwurfsunterlagen“, sagt Peter Schulz von Immobilien Bremen. Der Bauantrag soll noch in diesem Monat eingereicht werden. Den eigentlichen Baustart peilt IB für diesen Sommer an, die Fertigstellung dann in zwei Jahren. „Das ist knapp getaktet, aber das ist kein Problem. Es wird funktionieren.“

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