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Free-Photos (CC0), Pixabay

In Thüringen ist ein mit Kindern besetzter Schulbus verunglückt. Bei dem Busunfall in Berka vor dem Hainich im Wartburgkreis kamen zwei achtjährige Kinder ums Leben. Nach jüngsten Angaben wurden 21 weitere verletzt.

Beim Unfall eines Schulbusses in Berka vor dem Hainich im Wartburgkreis sind am Donnerstagmorgen zwei achtjährige Kinder, ein Mädchen und ein Junge, ums Leben gekommen. Nach jüngsten Polizeiangaben stieg die Zahl der Insassen auf 23 Schulkinder im Alter von sechs bis elf Jahren. Sieben Kinder erlitten mittelschwere Verletzungen, zwei Kinder wurden schwer verletzt und 12 Kinder leicht verletzt. Das teilte die Landespolizei mit. Auch der Busfahrer kam mit einem Schock in eine Klinik. Die beiden getöteten Kinder stammen aus Bischofroda und besuchten die zweite Klasse der Grundschule in Berka/Hainich.

Zur Unfallzeit gegen 7:30 Uhr herrschten Nebel und Straßenglätte. Laut Polizeidirektor Günther Lierhammer musste der Bus eine Senke durchqueren, die mit Granit gepflastert ist. Auf dem glattem Kopfsteinpflaster sei der Bus dann rückwärts ins Schlittern gekommen und einen Abhang hinuntergestürzt. Dabei habe sich der Bus überschlagen. Die beiden Achtjährigen wurden wegen der heftigen Überschläge aus dem Fahrzeug geschleudert. Wie die Feuerwehr mitteilte, wurden sie gefunden, als der Bus angehoben wurde.

Unklar, ob Kinder angeschnallt waren

Es ist noch unklar, ob die Kinder im Bus angeschnallt waren. Der Bus gehört zur städtischen Verkehrsgesellschaft Eisenach. Dort war er gestartet und hatte die Grundschule Berka als Ziel. Laut Lierhammer ist die Unfallursachenforschung in vollem Gang. Hinweise auf technische Probleme am Bus oder ein Fehlverhalten des Fahrers gibt es nach ersten Erkenntnissen der Polizei nicht.

Verletzte Kinder aus Bus in Kliniken behandelt

In der Schule wurde ein Kriseninterventionszentrum eingerichtet. Mehrere Notfallseelsorger kümmern sich um die Betroffenen. Zum Teil befinden sich die Eltern in der Schule. Fünf Kinder liegen schwerverletzt in Krankenhäusern. Alle anderen Kinder werden medizinisch betreut. Zudem wurde ein schulpsychologischer Dienst für die Schüler in der Grundschule eingeschaltet. Auch die Angehörigen und Retter werden psychologisch betreut.

Ramelow bekundet Anteilnahme nach Busunfall

Die Staatsanwaltschaft hat sich in die Ermittlungen eingeschaltet. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) zeigte sich bestürzt über den Unfall. Er trauere mit den Eltern und Angehörigen. Den Verletzten wünschte er eine schnelle Genesung. Den Eltern wolle man beistehen. Auch Eisenachs Oberbürgermeisterin Katja Wolf (Linke) reagierte bestürzt. Die Bilder vergesse man nicht, sagte sie.

Mario König, Vorsitzender des Verbandes Mitteldeutscher Omnibusunternehmer, sagte, man trauere mit den Familien und Freunden. Er dankte zudem stellvertretend für die Thüringer Omnibusunternehmer allen Ersthelfern am Unfallort. Der zuständige Regionalbischof für den Propstsprengel Eisenach-Erfurt, Christian Stawenow, zeigte sich bestürzt. Man sei sprachlos und entsetzt betroffen. Am Mittwoch seien die beiden Kinder noch in der Christenlehre gewesen, sagt er.

Auch Landesbischof Friedrich Kramer, der am Freitag eine Andacht in der 700-Einwohner-Gemeinde Bischofroda halten wird, reagierte bestürzt. Es gebe nichts Schlimmeres, als ein Kind zu verlieren. In Gedanken und mit den Gebeten sei man bei den Familien, so Kramer.

Schule in Berka öffnet am Freitag wieder

Bei einer Pressekonferenz am Mittag in Eisenach sagte Innenminister Georg Maier (SPD), Sachverständige seien vor Ort. Sie würden herausfinden, wie es zu dem Unfall kam. Heute sei nicht der Tag, um zu spekulieren. Bildungsminister Helmut Holter (Linke) sagte, morgen werde die Schule geöffnet haben. Es sei den Kindern aber freigestellt, morgen zur Schule zu kommen oder zu Hause betreut zu werden. Schulpsychologen aus ganz Thüringen sollen nach Berka kommen, um mit Schülern und Eltern den Unfall aufzuarbeiten. Auch Pädagogen vom Schulamt sollen die Lehrer vor Ort unterstützen. An Eltern der Region werde ein Elternbrief geschickt.

Notfallnummer für Betroffene eingerichtet

Das Bildungsministerium hat zudem eine Notfallnummer für Betroffene des Busunglücks eingerichtet. Unter 0361-57 34 11 606 können Fragen zum Schulbetrieb geklärt werden, außerdem können sich Betroffene Rat und Beistand verschaffen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jw/sar

Schulbusunfall in Berka vor dem Hainich – Ergänzung

Berka v.d. Hainich (Wartburgkreis) (ots)
Heute Morgen ereignete sich gegen 07.30 Uhr in Berka v. d. Hainich ein schwerer Verkehrsunfall unter Alleinbeteiligung eines Schulbusses. Aus bisher ungeklärter Ursache kam der Schulbus auf winterglatter Fahrbahn von der Straße ab und rutschte eine Böschung hinunter. Der Bus überschlug sich und kam auf der Seite zum Liegen. Der Bus war mit 23 Schulkindern im Alter von sechs bis elf Jahren besetzt. Zwei Kinder im Alter von acht Jahren wurden tödlich verletzt. Sieben Kinder erlitten mittelschwere Verletzungen, zwei Kinder wurden schwer verletzt und 12 Kinder leicht verletzt. Die Kinder wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht. Der Fahrer erlitt einen Schock und leichte Verletzungen. Notfallseelsorge und Kriseninterventionsteams kamen sowohl für die Kinder, deren Eltern, Lehrer und beteiligte Einsatzkräfte zum Einsatz. Die Ermittlungen zur Unfallursache wurden aufgenommen. Der Bus wurde geborgen, sichergestellt und wird derzeit technisch untersucht. Der Gesamtsachschaden wird auf etwa 130.000 Euro geschätzt. Entgegen aufkommender Vermutungen stellt die LPI Gotha klar, dass kein weiteres Kind verstorben ist. Es liegen derzeit keine Erkenntnisse in diesem Zusammenhang vor. Die LPI Gotha erinnert in diesem Zusammenhang zum Schutz der Angehörigen auf die nötige Sensibilität hinsichtlich des Verbreitens ungesicherter Informationen. (ah)
Rückfragen bitte an:
Thüringer Polizei
Landespolizeiinspektion Gotha
Telefon: 03621/781503
E-Mail: presse.lpigth@polizei.thueringen.de
http://www.thueringen.de/th3/polizei/index.aspx

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